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Moorpackungen im Wasserbett


Die  Anwendung von Moorbrei (Moorpackungen)  hat in der rehabilitativen Medizin eine lange Tradition. Die Wirkungsweise ist auf unterschiedliche physikalische und chemische Faktoren  zurückzuführen.  Zu den Erstgenannten zählen u. a. die mechanischen Einflussfaktoren einer Moorpackung die für den Organismus ein völlig ungewohntes Umgebungsmilieu darstellt.

Durch den Auftrieb im Wasserbett  entsteht ein Zustand der Schwerelosigkeit, der den Bewegungsapparat entlastet und den Spannungszustand der Muskulatur verringert, wodurch Verspannungen gelöst werden können. Der hydrostatische Druck führt dazu, dass das Blut aus den venösen Randgebieten in den Oberkörper verlagert wird.  Dadurch wird die Herztätigkeit angeregt, weshalb diese Anwendung für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz  (Herzschwäche) ungünstig ist. Eine ärztliche Abklärung ist hierzu notwendig. Das  besondere an der Moortherapie im Wasserbett ist die große Wärmekapazität des Moorbreis und die geringe Wärmeleitfähigkeit der organischen Grundsubstanz, die für eine gleichmäßige und schonende Wärmeübertragung auf den Körper sorgt  und somit als eine optimale kreislaufschonende Therapie angeboten werden kann.  Wegen der guten Temperaturverträglichkeit der Moorpackung im Wasserbett wird ein Moorbad von 40-42°C beispielsweise nicht heißer empfunden als ein Wasserbad von 37°C.

Aber auch kalte Moorpackungen mit einer Temperatur von 4-10°C entfalten bei akut entzündlichen Gelenkprozessen oder Traumata (Verletzungen) eine sehr gute schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung.  Von den chemischen Inhaltsstoffen des Moores sind in erster Linie die Huminsäuren von Bedeutung, die unter anderem eine durchblutungsfördernde, adstringierende (zusammenziehende) und bakterienhemmende Wirkung auf die Haut haben und so auch die Abheilung von mikrobiellen und mykotischen Ekzemen (Pilze/Bakterien) günstig beeinflussen. Im Laborversuch hemmen Huminsäuren die Aktivität eines Enzyms (Hyaluronidase), welches für das Fortschreiten der Arthrose und Verschleißvorgängen an der Wirbelsäule von Bedeutung ist. Moor enthält außerdem östrogenähnliche  Wirkstoffe, deren hormonelle Wirkung nachgewiesen ist. Deshalb ist diese Anwendung auch bei Frauen in den Wechseljahren geeignet. Es kann ferner dazu beitragen, die vom Badenden ausgeschiedenen Stoffe zu binden und so die Ausscheidung körperfremder und giftiger (toxischer) Stoffe zu fördern. Dadurch werden körpereigene Abwehrkräfte verbessert.

Hochwertige Wärmetherapie besteht aus mehreren Komponenten:

Die Wärmeeindringzahl ist verantwortlich für unser subjektives Wärmeempfinden. Dies ist der Grund, warum man in der Sauna bei 90 C problemlos auf Holz sitzen kann, aber keine Eisenteile berühren könnte. Moor und der menschliche Körper haben in etwa die gleichen Wärmeeindringzahlen, das erklärt die hohe Temperaturverträglichkeit des Moores im Gegensatz z.B. zu Wasser oder Parafinfango.  Daher kann Moor mit höheren Temperaturen angelegt werden, die Wärme dringt tiefer ins Körpergewebe ein und erzeugt eine gleichmäßige Überwärmung, unabhängig von der unterschiedlichen Durchblutungssituation der einzelnen Körperregionen. Erkrankte Körperregionen sind meist geringer durchblutet. Gerade diesen Zonen führt Moor mehr an Wärme zu als gesunden Bereichen, und fördert damit den optimalen Heilungsprozeß durch erhöhten Stoffwechselvorgang.

Die Moorpackung besteht aus mindesten 25% Huminsäureanteilen in der Trockenmasse. Die Huminsäuren gelten beim Moor als Leitsubstanz - wichtigster Wirkstoff. Diese treten über die Haut mit dem Patienten in Austausch, es erfolgt eine umfangreiche Stimulans des vegetativen Nervensystems. Durch die einmalige Verwendung der breiigen Moor-Kontaktpackung ist die notwendige  Hygiene sichergestellt.Konventionelle Packungen werden heiß angelegt. Der plötzliche Kontakt des Körpers mit heißen Medien führt zu einer natürlichen Schutzreaktion in Form von Verkrampfungen und Kreislaufreaktionen. Der ansteigende Temperaturverlauf der Moor-Kontaktpackung ermöglicht die langsame Gewöhnung an die Überwärmung.