Bad Füssing hat viele schöne Seiten

Sieben Ortsteile umfasst die Großgemeinde Bad Füssing. Sympathisch, naturnah und traditionell präsentieren sie sich alle – und doch besitzt jeder Teil der Gemeinde seinen eigenen Charme. Mit Safferstetten und Riedenburg bildet Bad Füssing das Zentrum des Kurgeschehens. Der Gemeindeteil Aigen am Inn ist ein geschichtsträchtiger Wallfahrtsort mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Im malerischen Egglfing steht die berühmte Michaelskirche, die als „Wegweiser der Pockinger Heide“ bezeichnet wird. Rege Lebendigkeit, viele Freizeitmöglichkeiten und ein aktives Dorfleben findet man in Würding und Gögging.

Bad Füssing

Bad Füssing ist mit seinen Ortsteilen Aigen, Egglfing, Gögging, Riedenburg, Safferstetten und Würding eine Gemeinde, deren Geschehen vom Kurbetrieb bestimmt wird. Einheimische und "Zugezogene" ergänzen sich und machen das Leben im Ort besonders abwechslungsreich und interessant. Es wird bereichert von gelebtem Brauchtum und gewachsener Tradition.

 

 

Safferstetten

Safferstetten darf sich als Ur-Gemeinde der heutigen Großgemeinde Bad Füssing bezeichnen, denn ihr gehörte der Weiler Füssing an, als dort in dem Jahr 1937/38 bei der Suche nach Erdöl "nur" das heilkräftige Thermalwasser gefunden wurde. Außerdem kann Safferstetten auf eine lange Geschichte verweisen, denn der Ort ist einer der am frühesten bezeugten Orte des Unteren Inntales. Bereits im Jahr 735 verschenkte der Bayernherzog Hugibert das umfangreiche Gut an das Hochstift Salzburg, wo der Ort erstmals urkundlich erwähnt wird.

Im Laufe der Geschichte ergaben sich zahlreiche unterschiedliche Schreib- und Überlieferungsformen des heutigen Ortsnamens Safferstetten, von Sauerstetten bis Savarstedi. Die Edlen von Safferstetten waren im Laufe der Zeit teils salzburgische, teils regensburgische und teils passauische Ministeriale.

Im Jahr 1441 tauschte das Chorherrenkapitel zu Mattighofen beim Passauer Bischof Leonhard von Laiming die Hofmark Safferstetten gegen die Hofmark Reding ein. Somit unterstanden jetzt Safferstetten und Riedenburg Bischof Leonhard zu Passau. Sie blieben beim Hochstift bis zu dessen Aufhebung.  

Besonders interessant ist, das bis zum Reichsdeputationshauptschluß im Jahr 1803, als die Herrschaft Riedenburg sowie das gesamte Hochstift Passau an das Kurfürstentum und spätere Königreich Bayern kam, der Weiler Füssing dem Kurfürstentum Bayern unterstand, während die Herrschaft Riedenburg eine passauische Enklave war.

Ausgerechnet der kleine Weiler Füssing, nur wenige Meter von Safferstetten entfernt, kam erst mit Inkrafttreten der bayerischen Gemeindeordnung zur Gemeinde Safferstetten. Durch die Gebietsreform im Jahr 1971 wurde, aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing, Würding und im Jahr 1972 Aigen, die Großgemeinde Bad Füssing geschaffen. Der Bad-Titel wurde bereits im Jahr 1969 verliehen. Im Wesentlichen wurde durch die Gebietsreform die ehemalige Einheit der Herrschaft Riedenburg wiederhergestellt.

Riedenburg

Riedenburg war einst ein Herrschaftssitz mit einem dazugehörigen Pfleggericht, das der gesamten Enklave des Hochstifts Passau, von Aigen über Egglfing bis Safferstetten den Namen gab. Auch wenn das Pfleggericht später nach Aigen verlegt wurde, so bedeutete sein Name bis zu dessen Aufhebung im Jahr 1803 Riedenburg. Aus dem Jahr 1175 gibt es eine alte Aufzeichnung, in der Riedenburg bereits als fürstbischöfliche Enklave erwähnt wird. Zu dieser Enklave gehörten die Orte Aufhausen, Aufhoven zum stephanischen Aigen, Irching, Egglfing, Safferstetten und Riedenburg.

Im Jahr 1193 übergab Kaiser Heinrich IV den gesamten Besitz - von Aigen bis Riedenburg – an Bischof Wolfger zu Passau. Die gesamten Güter hatten den Sammelnamen "Die stephanischen Aigen". Nach mehreren Auseinandersetzungen mit den Burghütern und Pflegern in Obernberg wurde die Riedenburg 1373 niedergebrannt und anschließend wiederaufgebaut. Bereits 1480 wurde das Pfleggericht wegen des zunehmenden Verfalls des Schlosses und der ungesunden Lage im Sumpfgebiet nach Aigen verlegt.

Im Jahr 1685 brannte das Schloß Riedenburg mit allen Dokumenten und Unterlagen vollständig ab, weshalb von Schloß und Herrschaftsgebiet wenig überliefert ist. Durch den Reichsdeputationshauptschluss fiel im Jahr 1803 das passauische Pfleggericht Riedenburg an das Herzogtum Bayern. Unter anderem entstand die Gemeinde Safferstetten mit dem Weiler Füssing und dem Ortsteil Riedenburg, die sich 1971 mit Würding und Egglfing und 1972 mit Aigen zur Großgemeinde Bad Füssing zusammenschlossen.

Würding

Würding ist ein alter Pfarrort, der im Jahr 814 zum ersten Mal als "Uuirtingen" urkundlich erwähnt wird. Die Ortsbezeichnung dürfte von einem Mann namens "Wirnt" stammen. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 814 taucht Würding erst wieder im 11. und 12. Jahrhundert in verschiedenen Urkunden der benachbarten Klöster Reichersberg und Vornbach auf. Anfang des 14. Jahrhunderts findet man das Passauer Domkapitel in Besitz des Zehenten von Würding. Außerdem waren einige Höfe in Besitz der Erbmarschälle von Salzburg.

Eine Brandkatastrophe, die fast das ganze Dorf einäscherte, suchte am 13. Oktober 1504 im Rahmen des Landshuter Erbfolgekrieges Würding heim. Auch eine Burg bzw. ein Schloß hat sich in Würding befunden, das ebenfalls im Jahr 1504 dem Erdboden gleichgemacht worden sein dürfte. Leider gibt es heute keine Anhaltspunkte mehr für den Standort dieses Schlosses.

Die "Edlen von Würding" haben ebenfalls scheinbar im 16. Jahrhundert Würding verlassen, um teilweise hohe Ämter im Kaiserreich anzutreten.

Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde im Jahr 1891 um zwei Säulenschiffe erweitert, die dem alten Teil angeglichen und in Tuff gemauert wurden. Außerdem wurde der Turm erhöht, wodurch die Kirche ihre heutige schöne Form erhielt. Mit dem Tuffsteinquaderbau des Gasthofes zur Post aus dem Jahr 1816 bildet die Kirche einen schönen Ortsmittelpunkt Würdings. Seit 1971 gehört Würding, das bis dahin, unter anderem mit Gögging eine selbständige Gemeinde war, zur Großgemeinde Bad Füssing

Egglfing

Egglfing entwickelte sich aus einem Einödhof, der Meierhof genannt wurde und Sitz eines "major domus" war. Als erster Major wird in Egglfing ein Freier mit dem Namen Ekiolf erwähnt. Dessen Söhne, die den Besitz erbten, wurden um 770 urkundlich als Ekiolfincus bezeichnet.

Mit kleinen Unterbrechungen blieb Egglfing, von der Schenkung im Jahr 781 an, fast 1000 Jahren in Besitz des Bistums Passau.

In das 15. Jahrhundert reichen die Entstehung von spätgotischem Chor und Turm (nicht der Turmkuppel) der Michaelskirche zurück. Bei einem Archivbrand im Jahr 1685 sind leider alle vorhandenen Unterlagen vernichtet worden, weshalb aus der vorhergehenden Zeit wenig schriftlich überliefert wurde.

Nach einem Sturmschaden erhielt die Egglfinger Michaels-Kirche im Sommer 1725 erstmals eine Turmkuppel. Sein heute weithin sichtbares Kupferblechdach erhielt der Wegweiser der Pockinger Heide im Jahr 1978.

Seit der Gebietsreform im Jahr 1971 gehört Egglfing, das bis dahin mit Irching eine eigene Gemeinde bildete, zur Großgemeinde Bad Füssing.

Aigen am Inn

Die ersten Ansiedler im Mittelalter dürften Fischer gewesen sein, wobei die Herren dieses Landstriches damals die Grafen von Katzenberg auf der heute oberösterreichischen Seite des Inns waren. In diese Zeit fällt auch die Legende vom Gelöbnis des Burgfräuleins von Katzenberg und dem im Inn angeschwemmten Leonhardibildnis, das zur Entstehung der Wallfahrtskirche zum Hl. Leonhard führte und darum herum zu einem schnell wachsenden Dorf.

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Der Ort Aufhofen bzw. Aufhoven kam 1010 (zusammen mit Irching, Hart und Aufhausen) als Schenkung Kaiser Heinrichs II. an das reichsunmittelbare Kloster Niedernburg. Als dessen Besitz wurde er 1161 und abschließend 1193 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Hochstift Passau übereignet und offiziell als "Aufhoven im (stephanischen) Aigen" (Eigentum des Hochstifts) benannt.
Der Bau der ersten steinernen romanischen Kirche soll bereits 1180 begonnen haben und wurde zur Endzeit der Romanik, im Jahr 1250 fertiggestellt. Der Sattelturm, Teile der Ostmauer, die Südseite des Schiffes und der rechteckige vordere Mittelpfeiler im Innenraum bestehen noch heute und wurden in den zweischiffigen, gotischen Neubau des Jahres 1460 eingefügt. Die Wallfahrt in Aigen, die dem Hl. Leonhard geweiht war, nahm in dieser Zeit immer stärkeren Aufschwung.

Im Jahr 1470 erhob der Passauer Fürstbischof das Fischerdorf Aigen zur Hofmark. Eine rege Bautätigkeit setzte ein, unter anderem wurde ein mächtiger Kastenbau aus Tuffsteinquadern, der Zehentstadel errichtet. Auch der Neubau der Pfarrkirche St. Stephan von 1470 bis 1518 fiel in jene Zeit. Leider wurde bei mehreren schweren Bränden in den Jahren 1680 bis 1685 auch das gesamte historische Archiv vernichtet. Die Wallfahrer, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Aigen, brachten vor allem kleine, eiserne Opfertiere dar. Sehenswert sind auch die sog. Würdinger, große Eisenfiguren, an welchen man seine Kraft messen konnte. In der Blütezeit der Aigener Wallfahrt ließ sich Kardinal Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg im Jahr 1704 ein fürstbischöfliches Jagdschloß bauen. Leider brannte das prunkvolle zweite Stockwerk im Jahr 1810 ab und wurde nicht mehr aufgesetzt. Mit der Säkularisation und der Zeit der Aufklärung fanden auch die Wallfahrten in Aigen ihren Niedergang. Die prunkvollen Leonhardi-Umritte fanden allerdings in den 70er Jahren eine wahre Renaissance und stellen am Sonntag vor dem 6. November (Leonhard) eine überregional beachtete Veranstaltung für Einheimische und Gäste dar.

"Wissenswertes zum Brauchtum und zur Verehrung des Hl. Leonhards" finden Sie im Leonhardi-Museum in Aigen.

Gögging

Bereits im Jahr 1140 tritt das Dorf Gögging zum ersten Mal urkundlich auf. Ein freier Mann namens Ortwin schenkte sein Gut in "Geginngen" dem Chorherrenstift Reichersberg. In der Folgezeit wurde der Ort "Geging" genannt, was soviel wie "gegen den Inn" heißt. Aufgrund der einstigen Lage direkt am Inn und dem damit verbundenen regen Schiffsverkehr war Gögging einst sogar Frauenhofersche Hofmark und später herzoglich-bayerischer Markt.

Ein Landadelsgeschlecht wie in den benachbarten Orten gab es allerdings in Gögging nicht, wodurch der kurze Aufschwung des Ortes bald wieder nachließ. Genauso alt wie das Dorf ist auch das romantische Kirchlein St. Michael, dessen ältere Bestandteile noch aus einer romanischen Anlage im 12. und 13. Jahrhundert stammen. Bis zum Jahr 1971 gehörte Gögging zur Gemeinde Würding. Seit 1971 wurde Gögging mit Würding ebenfalls in die Großgemeinde Bad Füssing integriert.

Irching

Zu einem Tag des Schreckens wurde für Irching der 10.08.1880. Mitten im Hochsommer, brach ein bisher noch nie erlebtes Feuer in Irching aus. Im Königlich Bayerischen Amtsblatt von Niederbayern wurde das furchtbare Geschehen damals geschildert. Das Feuer äscherte 11 Wohn- und 29 Nebengebäude ein, wodurch 80 Personen obdachlos wurden. Nahezu ein Drittel Irchings lag in Schutt und Asche. Der Mobiliarschaden allein betrug 113.150,00 Mark.

Die Gründung einer eigenen Ortsfeuerwehr schien der beste Weg aus dieser erlebten Hilflosigkeit zu sein. So wurde am 22.01.1881 der Verein gegründet, der in 1881 auf 34 Männer anwuchs. Im gleichen Jahr wurde die erste Löschmaschine für 350,00 Mark angeschafft und ein Requisitenhaus gebaut. 1909 erhielt die Irchinger Wehr eine Druck- und Saugspritze, die heute noch funktioniert und von der Wehr aufbewahrt wird. Ihr 50jähriges Bestehen feierten die Irchinger am 27./28.06.1931. Im Jahr 1945 kam die erste Motorspritze. 1954 zog man ins neue Feuerwehrhaus um. Bereits 1959 nahm die Irchinger Wehr die erste TS 8/8 in Betrieb, für die 1972 ein TSF Ford Transit angeschafft wurde. Dass 100jährige Gründungsfest beging Irching am 25./26. Juli 1981. Für die TS 8/8 kam 1985 die Nachfolgerin gleichen Typs. Am 25.06.1999 wurde das neue Fahrzeug TSF-K (Mercedes Benz mit Kofferbau von der Fa. Metz/Furtner & Ammer) geweiht. Seit 1999 hat die Irchinger Wehr eine aus Jungen und Mädchen bestehende Jugendfeuerwehr.